Forum: Als Betreiberin des Forum für traditionelles Wu Tai Chi Chuan und Leiterin des Tai Chi-Centers Düsseldorf – Was fasziniert Dich am Wu-Stil Tai Chi Chuan?

Bettina Tönnesmann: Als ich während meines Wirtschaftsstudiums in Nürnberg-Erlangen über einige Sinologiestudenten erstmals mit China und der chinesischen Kultur in Berührung kam, war ich so fasziniert von diesem großen und vielfältigen Land, dass ich Chinesisch lernte und 1987 mit einer Studentengruppe der Universität Aachen in die VR China reiste und dort Beijing und die Seidenstraße besuchte.

Auf dieser Reise lernte ich die Peking-Form des Tai Chi kennen und trainierte täglich mit chinesischen Professoren und Studenten – ebenso auf meiner zweiten Chinareise (Beijing bis Hongkong) ein Jahr später.

Nachdem ich einige Jahre beruflich im Ausland verbracht und Tai Chi pausiert hatte, suchte ich Ende der 90er Jahre nach einem guten Tai-Chi-Lehrer in Düsseldorf. Eine zufällig entdeckte kleine Anzeige in einer Zeitschrift führte mich zu meinen späteren langjährigen Lehrern, Martin und Freya Bödicker und über diese zu unserem chinesischen Tai Chi Meister Ma Jiangbao aus Shanghai und dem Wu-Stil.

Sehr schnell hat mich der Wu-Stil so begeistert, dass ich beschloss, das Wu Tai Chi Chuan mit seinen verschiedenen Formen und der chinesischen Philosophie fest in mein Leben zu integrieren und mein Wissen auch an andere weiterzugeben.
Ich unterrichte den Wu-Stil des Tai Chi Chuan seit dem Abschluss meiner Lehrerausbildung im Jahr 2009 in Düsseldorf und Mönchengladbach. Je mehr ich trainiere und unterrichte, desto mehr Neues entdecke ich im Wu-Stil und desto größer wird meine Neugier, noch mehr zu lernen und zu lehren.