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Newsletter des Forums für traditionelles Wu Tai Chi Chuan (viel Info auch hier:
Der Wu Tai Chi Chuan Blog)
Hallo Liebe Freunde des Wu Tai Chi Chuan,
im Herbst findet eine großartiger Kongress des Deutschen Dachverbandes für Qigong und Taijiquan" zum Thema:
„Taijiquan als Lebenskunst - Strategien im Umgang mit Gesundheit und Krankheit“ statt. Mehr Infos hier: www.ddqt.de In letzter Zeit versuche ich noch stärker als früher, die Theorie in den Taichi-Unterricht zu integrieren. Dabei werde ich aber immer wieder gefragt, ob das wirklich sein muss. Was nützt mir die Theorie? Eine Antwort dazu findet man im Denken des alten China. Dort wird das Weltgeschehen als fortwährende gesetzmäßige Wandlung begriffen. Eine richtiges Handeln des Menschen in einer gegebenen Situation ergibt sich dann, wenn man im voraus sich erfüllende Tendenzen versteht. Man muss die Keime des Werdenden rechtzeitig erkennen. So erlangt man die Möglichkeit, die Situation zu beeinflussen, ehe sich die Entwicklungen verfestigen und ein Handeln erfolgt in Leichtigkeit. Um diesem Ideal, dem Handeln in Leichtigkeit zu folgen, bedarf es aber des Wissens von der Gesetzmäßigkeit des Wandels. Ohne dieses Wissen tappt man im Dunkeln. Gerade die Theorie ist in der Lage uns das Wissen von der Gesetzmäßigkeit des Wandels zu vermitteln. Dies gilt im Allgemeinen, aber auch für das Taichichuan, einer Kampfkunst, die sogar das Gesetz des Wandels im Namen trägt. Gruß Martin Bödicker
Termine: 25.-27.9.2009 Lehrerseminar mit Lehrerprüfung
10.10.2009 2. Samstag 13.00 – 14.30 Lange Form 14.30 – 16.00 Säbel 16.00 – 18.00 Pushhands 18.00 – 19.00 Lanze und Schnelle
14.11.2009 2. Samstag Gleiches Programm
12.12.2009 2. Samstag Gleiches Programm
Über Wu Tai Chi Pushhands
von Martin Bödicker
In der Zeit der Qing-Dynastie war das Üben von Kampfkunst sehr populär. Reiche Leute dieser Zeit trainierten im privaten Kreis und luden große Meister, wie z.B. Yang Luchan (den Begründer des Yang-Stils) ein, zu Hause mit ihnen zu trainieren. Yang Luchan war zu seiner Zeit sehr berühmt und wurde oft zum Kampf herausgefordert. Er unterrichtete später auch am Hofe des Kaisers. Eines Tages fragte der Kaiser Yang Luchan, welche seiner Schüler zu empfehlen seien. Yang Luchan sagte:"Es gibt drei, die sich auszeichnen." Jeder der Drei hatte seine besonderen Fähigkeiten. "Der Erste, Wan Chun, hat besonders harte Kraft (gangjin). Lin Shan kann am besten Kraft abgeben (fajin). Wu Quanyou aber ist am besten beim weichen Neutralisieren von Kraft (rouhua)." Wu Quanyou (1834 - 1902 n. Chr.) stammte aus einer aristokratischen Mandschu-Familie, die berühmt für ihre Kampfkunst war. Schon in jungen Jahren überwachte er das Kampfkunsttraining der Offiziere in den kaiserlichen Kasernen. Eine Anekdote schildert ihn so:
"Als Wu Quanyou eines Tages durch die Straßen ging, sah er einige einfache Soldaten, die einen Händler schlugen. Wu Quanyou stellte sie sofort zur Rede, doch die Soldaten beschimpften ihn nur. Einer unter ihnen dachte sich wohl, dass Wu Quanyou ja nicht sehr beeindruckend aussah und griff ihn an. Wu Quanyou warf ihn sofort zu Boden und verteidigte sich gegen den Rest der Soldaten, die ihn nun auch angriffen. Keiner konnte ihn schlagen und so liefen sie davon."
Es war Quan You, der das Neutralisieren als Erbe dem Wu Tai Chi Chuan vermachte. Sein Sohn Wu Jianquan (1870 - 1942) erlernte die Kunst seines Vaters und übernahm die Aufgabe sie zu verbreiten. Nachdem der Kaiser Puyi abdankte wurde Wu Jianquan dem Präsidenten Li Yuanhong empfohlen. Er wurde von der Regierung zum Ausbilder und Kampfkunstberater des elften Korps der präsidialen Leibwächter ernannt. Eine Anekdote über ihn berichtet:
"Eines Tages demonstrierte Wu Jianquan sein Tai Chi Chuan auf eine Vorführung in Peking. Das Publikum fühlte, dass seine Bewegungen wie ein langer Fluss waren. Er war außen weich, aber innen hart. Es gab keine Unterbrechung oder Steifheit. Nach der Vorführung ging ein Seufzen durch das Publikum."
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Die Form als Grundlage
Schon 1912, zu Beginn der chinesischen Republik, gründete Xu Yusheng die "Forschungsgesellschaft für Leibeserziehung" in Peking und sprach Einladungen für die Taijiquan-Meister Wu Jianquan, Yang Chengfu und dessen Bruder Yang Shaohou (1862 - 1930 n. Chr.) aus, an seinem Institut in Peking zu unterrichten. Damit ist das Taijiquan "aus der Tür gegangen", d.h. von diesem Zeitpunkt an trat es erstmals aus einem begrenzten privaten Bereich heraus an eine breite Öffentlichkeit. Hier gab WU Jianquan dem Wu Tai Chi Chuan die langsame Form und entwickelte damit seinen eigenen Stil. Wu Jianquan's Tochter Wu Yinghua (1907 - 1996) heiratete seinen Studenten Ma Yueliang (1901 - 1998) und beide verbreiteten das Wu Tai Chi Chuan über ganz China. 1986 kam ihr Sohn Ma Jiangbao nach Europa um hier ihr Tai Chi Chuan in ihren Namen zu unterrichten.
Die langsame Form des Wu Tai Chi Chuan betont die grundlegenden Fähigkeiten der Gewandtheit, Weichheit, des stabilen Gleichgewichts (zhongding) und der Ruhe in Bewegung. Diese Punkte sind von überragender Bedeutung. Weiterhin lehrt einem die Form sich selbst zu kennen, wie es in Sunzi "Die Kunst des Krieges" beschrieben ist:
Wer den Anderen kennt und sich selbst kennt, wird in hundert Schlachten ohne Gefahr sein. Wer den Anderen nicht kennt, aber sich selbst kennt, wird einmal siegen und einmal verlieren. Wer den Anderen nicht kennt und sich selbst nicht kennt, der wird in jeder Schlacht verlieren.
Oder in Laozi, Kapitel 33: "Wer andere kennt, ist weise. Wer sich selbst kennt, ist erleuchtet. Wer andere bezwingt, hat Kraft. Wer sich selbst bezwingt hat Stärke."
Ohne der Grundlage der langsamen Form und des "sich selbst zu kennen" ist Pushhands auf einem hohen Niveau unmöglich. Es ist wie ein einzelner Balken nichts unterstützen oder eine einzelne Hand nicht klatschen kann.
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Das Pushhands als Anwendung Heutzutage lernt der Tai Chi-Anfänger in der Regel zuerst die langsame Form. So wurde die langsame Form in der ganzen Welt berühmt. Aber die langsame Form ist nur ein Teil des Tai Chi Chuan. Sie ist nur die Grundlage (ti). Mit einer guten Entwicklung beim Training der langsamen Form kann man auch deren Anwendungen (yong) erlernen. Im Wu Tai Chi Chuan ist das Pushhands der Weg dazu. Pushhands bedeutet, den anderen zu kennen. Es folgt den weg von Ruhe und Bewegung und benutzt den subtilen Wechsel von Leer und Voll. So ist man in der Lage, die Angriffskraft des anderen zu vermeiden und seine schwachen Punkte anzugreifen. Um dies zu erreichen muss man dem anderen mit Ruhe begegnen. Das "Lied der schlagenden Hände (Dashouge)" beschreibt dies folgendermaßen:"Wenn er sich nicht bewegt, bewege ich mich auch nicht. Wenn er sich beginnt zu bewegen, bewege ich mich zuerst."
Überwinde Härte mit Weichheit Im Pushhands ist es von größter Bedeutung, sich den Veränderungen des anderen anzupassen. So kann man Härte mit Weichheit überwinden. Man sollte nie Kraft gegen Kraft verwenden. Lasse nie die Idee des Angriffs in deinen Kopf kommen. Härte mit Weichheit zu überwinden ist tatsächlich die Essenz des Tai Chi Chuan, wie man es auch im "Klassiker des Tai Chi Chuan (Taijiquan jing)" findet:"Das taiji ist aus dem wuji geboren. Es ist der Ursprung von Bewegung und Ruhe und die Mutter von yin und yang. In Bewegung teilt es, in Ruhe vereinigt es. Kein Zuviel und kein Zuwenig. Der Beugung folgend, wird die Streckung erreicht. Der andere ist hart, ich bin weich - das nennt man mitgehen."
Weiche zurück, um vorzudringen Traditionell ist die Kraft des Neutralisierens im Wu Tai Chi Chuan Pushhands von großer Bedeutung. Es wird in drei Schritten entwickelt:
I) Die Kraft des Fühlens (tingjin) Im ersten Schritt konzentriert man sich ganz auf die Kraft des Fühlens (tingjin). Dazu begegnet man dem Angriff mit Ruhe und so ist man in der Lage, den Bewegungen des Partners zu folgen, ohne dagegenzuhalten oder ihn zu verlieren. Der Körper ist weich und locker. So kann man die Angriffsrichtung und die vollen und leeren Stellen des anderen erspüren.
II) Die Kraft des Verstehens (dongjin) Wenn man so Information über den anderen erhalten hat, beginnt man das ganze Bild zu sehen. Dies ist der zweite Schritt. Er entwickelt sich ganz natürlich nach einer langen Zeit des Trainings und wird die Kraft des Verstehens (dongjin) genannt. Der "Klassiker des Tai Chi Chuan (Taijiquan jing)" sagt dazu:"Mitgehen ist kleben. Yin trennt sich nicht von yang. Yin und yang ergänzen einander. Dies ist der Weg zu der Kraft des Verstehens (dongjin)."
III) Die Kraft des Neutralisierens (huajin) Wenn man die Aktivitäten des anderen verstanden hat, kann man die Kraft des Neutralisierens (huajin), welche der dritte Schritt ist, einsetzen. Dafür weicht man zurück, um vorzudringen. Durch das Zurückweichen neutralisiert man die hereinkommende Kraft, aber zur selben Zeit ist man bereit, mit einer der acht Handtechniken, die Teil der 13 Grundbewegungen des Tai Chi Chuan sind, fortzufahren. Der daraus resultierende Effekt wird im "Lied der 13 Grundbwegungen (Shisanshi gejue)" beschrieben:"In der Ruhe trifft man auf die Bewegung, so wie man in der Bewegung auf die Ruhe trifft. In Übereinstimmung mit dem Gegner erscheint die Umwandlung phantastisch."
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Die 13 Grundbewegungen des Tai Chi Chuan Im Chinesischen werden die 13 Grundbewegungen "shisanshi" genannt. "Shisan" ist dabei die Zahl 13 und das zweite "shi" bedeutet Grundbewegung. Aber "shi" hat im Tai Chi Chuan auch eine viel tiefer gehende Bedeutung, die aus der chinesischen Strategemik kommt. "Shi" kann muss hier als "strategischer Vorteil" oder "Macht" verstanden werden und wird oft durch die Macht des Wassers illustriert. So heißt z.B. bei Sunzi Kapitel 5:"Dass der Schwung von herabströmenden Wasser Steinblöcke umherwerfen kann, liegt an seiner Macht/seinem strategischen Vorteil (shi)". Sunzi möchte damit sagen, dass die Kraft des Wassers nicht im Wasser selbst liegt, sondern sich erst durch das Herabströmen aus einer gewissen Höhe entwickelt. Diese Höhe ist der eigentliche "strategische Vorteil", ohne den das Wasser nicht in der Lage ist, Kraft zu entfalten. Shi ist aber nicht einfach nur als strategischer Vorteil zu verstehen. "Shi" sind auch manipulative Umstände zur Erzeugung eines strategischen Vorteils als eine Alternative zu brutaler Kraft." Dies ist auch das Konzept von "shi" wie man es in den 13 Grundbewegungen des Tai Chi Chuan findet und wie es auch in der "Abhandlung zum Taijiquan (Taijiquan lun)" findet:"Durch Vordringen und Zurückweichen erlangt man die günstige Gelegenheit und den strategischen Vorteil (shi).Erlangt man den die günstige Gelegenheit und den strategischen Vorteil (shi) nicht, wird der Körper unorganisiert und durcheinander sein." So sind die 13 Grundbewegungen mehr als einfach nur Bewegungen. Sie sind ein höchst komplexe Einheit aus Strategie und Technik.
Um die 13 Grundbewegungen zu ordnen, unterscheidet man zwischen acht Handtechniken (bamen, wörtlich:"acht Tore") und fünf Schrittarten (wubu). Peng, lü, ji, an, cai, lie, zhou und kao sind die acht Handtechniken. Sie werden den Himmelsrichtungen bzw. dem bagua (die acht Trigramme) zugeordnet. Jinbu (Vordringen), tuibu (Zurückweichen), zuogu (nach links Blicken), youpan (nach rechts Blicken) und zhongding (stabiles Gleichgewicht) sind die fünf Schrittarten, die den fünf Wandlungsphasen (wuxing) zugeordnet werden. Peng, lü, ji und an gehören zu den Trigrammen qian, kun, kan und li und repräsentieren die vier Seiten. Cai, lie, zhou, und kao gehören zu den Trigrammen xun, zhen, dui und gen und repräsentieren die vier schrägen Winkel. Jinbu, tuibu, zuogu, youpan und zhongding entsprechen Metall, Holz, Wasser, Feuer und Erde. Wenn man die verschiedenen Handtechniken mit den Schrittarten kombiniert ergibt sich ein Vielzahl von möglichen Bewegungen.
Lü erlernen Beim unterrichten des Wu Tai Chi Chuan Pushhands folgt Ma Jiangbao dem Konzept des weichen Neutralisierens. Daher ist lü die erste der acht Handtechniken, die erlernt wird. Aber wie kann man lü am besten verstehen?
Das Fachvokabular des Tai Chi Chuan verwendet oft Schriftzeichen, welche keine Standardschriftzeichen sind. Auch das Schriftzeichen für lü findet sich in keinem Wörterbuch. Es ist ein für das Tai Chi Chuan erfundenes Fachwort. Daher gibt es auch keine direkte Übersetzung für lü, sondern nur Erklärungen zur Qualität von lü.
In chinesischen Texten findet sich als Umschreibung für lü oft das Wort yin oder yindao was "führen" oder "leiten" bedeutet. So wird es z.B. im "Geheimlied der acht Methoden (Bafa mijue)" verwendet, wo zu lü folgendes geschrieben steht:
"Wie erklärt man die Bedeutung von lü? Den Anderen leiten (yindao) und so nach vorne kommen lassen. Der Kraftrichtung des Anderen folgen. Leicht und gewandt, ohne den Kontakt zu verlieren oder Widerstand zu bieten. Die Kraft endet natürlich (ziran) in der Leere. Wurf oder Angriff folgt natürlich (ziran). Den eigenen Schwerpunkt bewahren. Dies ist keinesfalls durch den anderen auszunutzen."
Ma Yueliang erläutert dazu:
"Lü ist eine offensichtliche Kraft (mingjin). Wenn der Andere angreift, ist das der Augenblick, sich durch peng mit seiner Bewegungsrichtung vertraut zu machen. Dann führt man ihn so, dass er, ohne es selbst zu merken, fortfährt vorzudringen. Man kann so den zur linken oder rechten Seite des Körpers ableiten. Die Stärke und Geschwindigkeit des Ableitens hängt dabei von der Stärke und Geschwindigkeit des Angriffs ab. Man wartet, bis die Kraft des Anderen an Macht verliert (shishi), dann löst man sich und beginnt sofort mit dem Gegenangriff. Mechanisch betrachtet wirkt lü wie eine nach links und rechts drehende Achse."
Ma Jiangbao verweist zur Erklärung von lü auch auf das "Lied der schlagenden Hände (Dashouge)", wo es heißt:"Durch Ableiten (yin) wird der Angriff (jin) abgewehrt (luokong)." Dabei erklärt er auch die Qualität des Abwehrens, in dem er auf die direkte Übersetzung von luokong hinweist, die auch "in die Leere fallen lassen" bedeutet. Ma Hailong kommentiert:"Lü ist die ableitende (yin) Kraft. Sie hat eine kreisende Wirkung, folgt der Kraft der Bewegung und bewahrt Kontrolle. Bei lü muss man einen stabilen Schwerpunkt beibehalten."
Lü ist also eine Technik, bei der man die angreifende Kraft in eine Kreisbahn führt, so dass sie den eigenen Körper verfehlt und ins Leere geht. Dabei ist zu beachten, dass das Ableiten mit einem Minimum an Kraft erfolgt und der eigene Schwerpunkt nicht gefährdet wird. Ist man dazu fähig, verwirklicht man in idealer Weise das Prinzip der Leichtigkeit (qing) und man kann mühelos eine Kraft von tausend Pfund mit der Kraft von vier Unzen beeinflussen.
Die technische Entwicklung im Wu Tai Chi Chuan Pushhands Alles, was oben beschrieben würden, wird im Wu Tai Chi Chuan Pushhands unterrichtet, basiert aber auf der allgemeinen Theorie des Tai Chi Chuan. Das besondere am Wu Tai Chi Chuan Pushhands ist eine Schritt-für-Schritt-Entwicklung des Lernens. Man beginnt mit den Einhand-Pushhands. Es wird in fünf verschieden Methoden eingeteilt. In den ersten drei Methoden lernt man mit der Handfläche, dem Handrücken und dem Handgelenk zu arbeiten. Bei den nächsten zwei Methoden lernt man den Kontakt mit den Ellenbogen zu halten. Wenn man die Einhandmethoden gemeistert hat, kann man mit den Zweihandmethoden fortfahren. Im Wu Tai Chi Chuan Pushhands werden fünfzehn Zweihandmethoden unterschieden. Jede Zweihandmethode hat ein Standardset an Techniken, bei denen man die 13 Grundbewegungen übt. So übt man z.B. bei der ersten Zweihandmethode zwölf verschiedene lü's.
Diese zwölf lü's sind für das Wu Tai Chi Chuan Pushhands von großer Bedeutung. Man erlernt hier das fundamentale Fähigkeit des Neutralisierens. Die zwölf lü's sind so in vier Sets mit je drei lü's angeordnet, das der Schüler vom Leichten zum Schwierigen voranschreitet. Im ersten Set werden die drei lü's ohne Angriff des Partners geübt. So kann man das lü in der Reinform üben und die Fähigkeit des "nicht dagegenhalten und nicht abreißen" verbessern. Im nächsten Set greift der Partner mit "an" auf drei verschiedenen Ebenen (oben, mitte und unten) an und man antwortet jeweils mit lü. Bei diesem Set muss man also lernen, die Prinzipien aus dem ersten Set anzuwenden. Im dritten Set wird das lü in einem Kreisbogen versteckt. Auf diese Weise wird es für den Partner sehr schwer das lü zu erkennen und eine mögliche Abwehr kommt zu spät.
Im vierten Set beschäftigt man sich mit lü's als Antworten auf die ersten neuen lü's. Am Ende ist man in der Lage auf ein jedes lü des Partners mit lü zu antworten. Wenn man diesen Schritt des Wu Tai Chi Chuan Pushhands gut beherrscht, kann man mit der nächsten Zweihandmethode beginnen. Bei dieser wird dann die Grundbewegung "lie" und verschiedene Hebel (chinna) und Antworten darauf eingeführt. Jede weitere Zweihandmethode führt mehr und mehr Techniken ein. Am Ende kann man im alle möglichen Angriffe mit Abwehren abdecken. Nach dem Erlernen der fünfzehn Zweihandmethoden werden das Pushhands mit Schritte eingeführt.
So lernt der Schüler des Wu Tai Chi Chuan alle Einhand- und Zweihandmehtoden, sowie die verschiedenen Techniken in der korrekten Reihenfolge der Standardsets. Er folgt einen Schritt-für-Schritt-Prozess und wird das ganze Wu Tai Chi Chuan Pushhands erlernen, ohne etwas auszulassen oder etwas zu überbetonen.
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